Jürgen
Hellwege
Am
25. Juni 1982 wurde der damalige Fregattenkapitän Hellwege in unseren Club
aufgenommen. Er kam am 9. Januar 1940 in Heidmühle zur Welt und verlebte seine
von Krieg und Nachkrieg überschattete Jugend im Raume Wilhelmshaven. Nach dem
Abitur trat er als Offiziersanwärter in die Marine ein, durchlief die übliche
allgemeine Ausbildung und wurde Wachoffizier auf Minensuchbooten. Vier Jahre
befasste er sich dann auf dem Schulschiff "Deutschland" und an der
Marineschule Mürwik mit Kadetten und Fähnrichen. Nach acht Dienstjahren wurde
er als Kapitänleutnant Kommandant des Minensuchbootes "Konstanz" und
kehrte so wieder nach Wilhelmshaven zurück.
Er
hatte eine Junggesellenwohnung im Wiesenhof. In nächster Nähe wohnte ein
Marineangehöriger mit seiner Frau und drei Kindern. Bei einem schweren
Autounfall starb der Ehemann, seine Frau musste drei Monate schwerverletzt im
Krankenhaus liegen. Die hinten im Auto sitzenden Kinder hatten nur leichte
Verletzungen. Herr Hellwege betreute die Kinder und unterstützte die Mutter
auch während ihrer Genesung. Später haben sie dann geheiratet. Eigene Kinder
hatte er nicht.
Seine
hier bewiesene Tatkraft war für ihn nichts Außergewöhnliches; er war immer
aktiv und schonte sich nicht. Zur Zeit seiner Aufnahme in den Lions Club war er
Operationsoffizier im Stabe
des Befehlshabers der Seestreitkräfte der Nordsee. Zu seinem Bedauern wurde er
schon ein Jahr später zum NATO-Stab IBER-LANT in Lissabon versetzt, wohl auch
wegen seiner Sprachbegabung. Zu seinen englischen, französischen und spanischen
Kenntnissen lernte er nun in wenigen Monaten Portugiesisch. Schnell fand er
Verbindung zu einem Lions Club in Lissabon, blieb aber Mitglied unseres Clubs
und nutzte jede Möglichkeit, an unseren Veranstaltungen teilzunehmen.
Als
das Personalstrukturgesetz Offizieren aus den besonders stark besetzten Jahrgängen
die Möglichkeit eröffnete, früher in den Ruhestand zu treten, entschloss sich
auch Herr Hellwege zu diesem Schritt. Aufgrund seiner guten Beziehungen zur
portugiesischen Marineführung und dem Wunsch deutscher Geschäftsleute folgend,
sie bei der Zusammenarbeit mit portugiesischen Partnern zu unterstützen, ließ
er sich als Firmenberater in Lissabon-Cascais nieder. Seine Absicht, später
wieder nach Wilhelmshaven zurückzukehren, bestand aber weiter.
Die
Folgen seiner ständigen hohen Belastung machten sich jedoch bald bemerkbar.
Sein Kreislauf zeigte kritische Schäden, aber selbst notwendig gewordene
Operationen nahm er nicht ernst genug. Während eines Urlaubs in Oberbayern
brach er am 18. Februar 1991 beim Ski-Langlauf in der Loipe plötzlich zusammen
und verschied an Ort und Stelle. Die Mitglieder des Lions Clubs und eine große
Zahl von Freunden und Bekannten geleiteten ihn in Schortens zur letzten Ruhe.