Dr.
med. Berthold Borschel
Dr.
med. Berthold Borschel wurde am 24.2.1918 in Berlin geboren und machte am
Humanistischen Gymnasium in Berlin-Steglitz das Abitur.
Als
Infanterist wurde er schon in den ersten Tagen des Polenfeldzuges am Bein
verwundet und war nicht mehr "kriegsdienstverwendungsfähig". Diese
Verwundung bereitete ihm zeit seines Lebens Schmerzen.
Er
studierte dann Medizin und absolvierte nach dem Krieg die Ausbildung zum
Facharzt für Neurologie und Psychiatrie. Dabei war er u.a. in der Universitätsklinik
in Hamburg-Eppendorf tätig.
Von
Haus aus zur Korrektheit und Geradlinigkeit erzogen und vor dem Krieg in der
Christlichen Pfadfinderschaft engagiert, bekam er in Hamburg bald Verbindung zu
einem Kreis der Evangelisch-lutherischen Kirche, dem die strenge Handhabung der
Liturgie und eines gepflegten Gottesdienstes ein besonderes Anliegen war (Berneuchener
Bewegung). Aus dieser Zeit stammt sicher auch seine dezidierte Vorstellung von
einem geordneten Clubleben (er war der "spiritus rector" unserer
Satzung) mit inhaltsvollen, wohlgestalteten Vorträgen.
1950
kam Dr. Borschel nach Sanderbusch, um dort eine Neurologische Abteilung
aufzubauen. Eine eigene Praxis in Wilhelmshaven eröffnete er im Jahre 1956. In
Wilhelmshaven wurden auch einige seiner acht Kinder geboren.
1955
gehörte Dr. Borschel zu den Gründungsmitgliedern unseres Clubs. Er hat seit
dieser Zeit unser Clubleben wesentlich mitgestaltet. Als hochgebildeter Mann,
als Ästhet, als scharfsinniger Denker und druckreifer Formulierer hat er auf
das geistige Niveau des Clubs immer großen Wert gelegt. Die klaren Analysen
seiner Umgebung waren stets bestechend, wenn auch manchmal hart. Die Führung
seiner Clubämter (Präsident, Zone-Chairman, Vizegovernor) war von einer
unbedingten Pflichterfüllung geprägt, die er aber auch von anderen verlangte.
Nur
kurze Zeit war ihm ein sorgenfreier Ruhestand vergönnt, den er zu Reisen zu den
Kunstschätzen Deutschlands und Italiens nutzte.
Durch
einen Schlaganfall im Jahr 1991 war er körperlich erheblich behindert. Trotzdem
nahm er noch an einigen Clubabenden teil und zeigte reges Interesse am
Clubleben. 1992 entschloss er sich, mit seiner Frau in ein Seniorenheim nach
Travemünde umzuziehen, was vor allem für seine Frau Erleichterung im Haushalt
und in der Pflege bedeutete.
Bei
einem Abschiedstreffen in seiner Wohnung im Mai 1992 wurde ihm aufgrund seiner
Verdienste um den Club die Ehrenmitgliedschaft verliehen.
Leider
konnte er seine schöne Wohnung in Travemünde nicht mehr lange genießen, da
ihn ein sich rasch verschlimmerndes Krebsleiden an das Bett fesselte.
Nach
kurzem Krankenhausaufenthalt verstarb er am 25.3.1993, wenige Wochen nach seinem
75. Geburtstag.