Dieter Trautmann
wurde am 31.1.1936 in Gleiwitz / Schlesien geboren und musste - wie viele seiner Generation - schon als 9jähriger Junge eine bewegte Flucht aus dem Osten mitmachen, während der er auch Zeuge zahlreicher Gräueltaten wurde. Diese Flucht begann im Januar 1945, endete schließlich im Juni 1946 mit einem Viehwagentransport in Jever und prägte Dieter Trautmann für sein ganzes Leben.
Die Internatsschule St. Bernhard in Schiefbahn bei Düsseldorf legte solide Grundlagen für die weitere Schulausbildung. 1952 zog er wieder zur Familie nach Wilhelmshaven und bestand 1956 seine Reifeprüfung an der Humboldtschule.
Sein Jurastudium an der Albertus-Magnus-Universitat in Köln schloss er 1960 mit dem ersten Examen in Oldenburg ab, dem das zweite Examen 1964 folgte. In diese Jahre fielen auch die Heirat mit seiner Frau Maria (1960) und die Geburt zweier Töchter (1961 und 1964). Entscheidende berufliche Veränderungen waren der Schritt in die Selbstständigkeit als Anwalt 1967 und die Ernennung zum Notar 1970. Er stand damit über 30 Jahre einer der größten Anwalts- und Notariatspraxen in Wilhelmshaven vor, wobei er sich neben seiner großen Resonanz in der Bevölkerung einen besonderen Ruf als erfolgreicher Insolvenzverwalter erwarb.
Als Konkursverwalter der Nordfrost gelang es ihm zum Beispiel, Produktion und Vertrieb so fortzuführen, dass er die isländische Royal Greenland überzeugen konnte, den Betrieb zu übernehmen. Damit sicherte Dieter Trautmann viele Arbeitsplätze in Wilhelmshaven.
Auch außerberuflich setzte sich Dieter Trautmann vielfältig in und für Wilhelmshaven ein, als Ratsmitglied, als Vorstandsmitglied und Präsident des DJK-Sportvereins mit dem Bau der Sportanlage und des Vereinsheimes, als Kuratoriumsmitglied im St.-Willehad-Hospital, als Vorstandsmitglied für die Reha-Klinik, als Mitglied im Bezirksvorstand der Malteser und mit seiner etwa 20jährigen Tätigkeit im Kirchenausschuss der katholischen Gemeinde St. Peter.
Es war nur folgerichtig, dass Dieter Trautmann 1985 auch für unseren Club .entdeckt" wurde und sich hier schnell mit seinem Sozialengagement zu Hause fühlte. Erinnert sei nur an den Einsatz für die Schule in Brasilien, zu deren Eröffnung er auf privater Basis mit einer kleinen Clubdelegation nach Südamerika flog. In seinem Präsidentenjahr beeindruckte er uns durch seine großzügigen persönlichen Einladungen und durch seine hilfreichen Beiträge zu versöhnlichen Aussprachen.
Wir alle haben ihn als einen fröhlichen und feinsinnigen Menschen in Erinnerung, der unkompliziert Feste veranstalten konnte und mit gleicher unkomplizierter Fröhlichkeit überall dort aushalf, wo jemand wirklich Hilfe brauchte. Gerade aus seiner stillen und großzügigen Hilfe hat er nie Aufhebens gemacht. Bei seinem Tun hatte er stets das Empfinden und das Wohlergehen des anderen Menschen im Auge.
So hat er auch seine Krebserkrankung still ertragen und wollte bis in den letzten Tag hinein keinem zur Last fallen. Er hat nie nach Besuchern gerufen. Wenn man aber bei ihm war und sein Zustand es zuließ, wandte er sich dem Besucher sofort freundlich zu und stellte alsbald dessen Wohlergehen in den Mittelpunkt des Gespräches.
Am 23. Juni 2001 verstarb Dieter Trautmann zu Hause im Kreis seiner Familie.